So könne der Beitragssatz der GKV um 0,6 Prozentpunkte gesenkt werden, wenn nur alle heute Privatversicherten in die GKV einbezogen würden. Voraussetzung ist allerdings, dass alle heutigen PKV-Mehrvergütungen zu Lasten der medizinischen Infrastruktur - und damit des Versorgungsangebotes insgesamt - ersatzlos gestrichen würden. Jedoch räumt die Studie selbst ein, dass es sich um eine „rein rechnerische Schätzung“, um „hypothetische Finanzierungseffekte“ und somit letztlich um ein „nicht realistisches, umsetzungsnahes Szenario“ handelt.

„Kaum zwei Wochen nach Veröffentlichung der Ergebnisse der Wissenschaftlichen Kommission für ein modernes Vergütungssystem (KOMV), die einer Vereinheitlichung der in Deutschland gewachsenen Dualität aus GKV und PKV erneut eine deutliche Absage erteilt haben, wirken die plakativen Aussagen von Bertelsmann geradezu wie ein letzter, verzweifelter Versuch, die Idee der Einheitsversicherung zurück in die öffentliche Debatte zu führen, so Tilgner abschließend.